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UNTERRICHTSMODUL – jung, muslimisch, weiblich – Kopftuch, Kopftuchurteil, Kopftuchdebatte

/// Durch den Beschluss d. Bundesverfassungsgerichts vom 27. Januar 2015 haben sich wesentliche Bezüge des Unterrichtsmaterials (nämlich das bis dato einzige, höchstinstanzliche ‚Kopftuchurteil‘ von 2003) verändert – und das Modul wird überarbeitet. ///
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‚Gott ist Halt für mich – aber die Verantwortung für mein Leben trage ich’ Motive und Hintergründe für ‚das Kopftuch‘ – 
im Kontext ‚Kopftuchurteil‘ und ‚Kopftuchdebatte‘
Fach: Sekundarschulen, 9. – 10., 11. – 12. Klasse Unterrichtsprinzip Interkulturelles Lernen, Deutsch, Religion, 
Politische Bildung
Zeitrahmen: 4 Unterrichtssrunden à 45 min, 
(zeitliche Entlastungen durch Hausarbeitsleistungen möglich)
Lehrplanbezug: Unterrichtsprinzip Interkulturelles Lernen, Deutsch, Religion, Politische Bildung Methode: Kleingruppenarbeit, Diskussion, Präsentation Materialien: Originalton-Erzählung als Audio und (grafisch begleitetes) Videofile, Laufzeit: 25 Minuten Kompetenzen: Urteilskompetenz, Handlungskompetenz

1. Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit? 

Es leben viele Muslime unterschiedlicher Herkunft in Deutschland; religiöse Symbole und Kleidung – selbst das offensichtliche Kopftuch – liefern aber keine sichere Auskunft über ihre Religiosität– die vorschnelle Kategorisierung ,fromm, traditionell und unemanzipiert‘ – als Interpretation des Kopftuchs und seiner Trägerinnen – trifft es nur selten. Anhand der konkreten Erzählung einer jungen Studentin und Muslimin treten unterschiedlichste individuellen Gründe und Motive für das Tragen des Kopftuchs in den Vordergrund. Die biografischen und individuellen Gründe für das Tragen des Kopftuchs werden in dieser Materialzusammenstellung offiziellen Positionen gegenübergestellt; Die Hintergründe der sogn. ,Kopftuchdebatte‘ werden aufgezeigt, insbes. das hochsinstanzliche ,Kopftuchurteil‘ des Bundesverfassunggerichts – das bisher einzige und somit maßgebliche von 2004. 

Im Urteil wird das Tragen des Kopftuchs – für Lehrerinnen – ausdrücklich nicht verboten; das Kopftuch sei nicht zwingend als Symbol für den religiösen Islam zu verstehen, somit bestünde – sinngemäß – auch keine Gefahr durch religiöse Beinflussungen für die Schutzbefohlenen (Schülerinen und Schüler). Das Urteil betont vielmehr die möglichen individuellen, gesellschaftlichen und kulturellen Gründe für die Entscheidung zum Kopftuch. Das Bundesverfassunggericht folgt hierbei auch einem Gutachten, daß von der Turkologien Yasemin Karakasoğlu* für den Prozess verfasst wurde. Hier vertritt sie die These, dass, gerade bei jüngeren Musliminnen, das Kopftuch eher sogar als ,emanzipatorischen Akt‘ verstanden wird; sie spricht von einer Art symbolischen Umdeutung und Neubewertung durch die neue und junge Generation von Frauen (zweite, dritte Generation nach der ,Gastarbeitergeneration‘);

Sie berichte, dass die jungen Frauen, die sich für das Kopftuch entscheiden, darin einen selbstbestimmten Akt sehen. Sie wollen einen individuellen Standpunkt zwischen der Tradition der Eltern und der Kultur der Aufnahmegesellschaft finden; dabei setzen sie sich vom eher traditionell geprägten Islam ihrer Eltern ab und entwickeln ihre eigenen Ansichten. 

 

In der Originalton-Erzählung von Selcan B. lassen sich die angesprochenen Konflikte und weitergehenden Aspekte in einem biografischen Zusammenhang erleben und nachvollziehen. Die Qualität der Erzählung verweist auf emotionale Dimensionen, die sich damit – insbesondere für Selcan B. – verbinden; teils durch das explizit gesagte, teils durch naheliegende Interpretation von Wortwahl und der Rethorik des Gesagten, sowie die Stimmodulation der Erzählerin (die Prosodie – das, was nur die Stimme vermittelt)

 

Die Schülerinnen und Schüler können sich auf mehreren, sehr unterschiedlichen, Ebenen, intellektuell wie emotional, empathisch, mit Facette der Kopftuchdebatte auseinandersetzten, einschätzen und abwägen und Stellung beziehen.

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