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Hamed R.

Hamed ist 30 Jahre alt und im Iran geboren. Seine Familie musste aus dem Land fliehen, weil sein Vater verfolgt wurde. Ihm drohte Gefängnis, weil er ein regimekritisches Buch (kopiert und) verbreitet hatte. Die Familie floh über die Türkei nach Deutschland und beantragte politisches Asyl.
In den ersten Monaten lernte er deutsch, so dass er zur Schule gehen konnte. In seiner Schulzeit wurde er oft gefördert, hat aber auch oft die Erfahrung gemacht, dass die Menschen Vorurteile gegenüber jungen Männern aus islamischen Ländern haben. Leider oft auch Lehrer.
Obwohl Religion in seinem Privatleben keine große Rolle spielt, ist er oft konfrontiert mit den Vorurteilen gegenüber dem Islam. Der alltägliche Rassismus nervt ihn und er wünscht sich, dass die Menschen in Deutschland gemeinsam die wirklichen Probleme des Landes angehen sollten – „Immer noch werde ich in Deutschland nach so vielen Jahren wie ein Alien behandelt.“


007-Arbeitsblatt-HAMED-R.pdf.zip


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UNTERRICHTSMODUL – Chance zur Veränderung?

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I. Thema

Chance zur Veränderung? – Geschlechterrollen in der Migration – Zum Umgang mit Geschlecht, Sexualität und beruflicher Selbstbestimmung in Migrationsprozessen

II. Fach
Geschichte, Sekundarschulen, 9. – 10., 11. – 12. Klasse

III. Zeitrahmen
7 Unterrichtssrunden à 45 min,
zeitliche Entlastungen durch Hausarbeitsleistungen möglich.

IV. Lehrplanbezug
Nordrhein-Westfalen
Kernlernplan Geschichte G8, Jahrgangstufen 7 bis 9, 12. Inhaltsfeld: Was Menschen früher voneinander wussten und heute voneinander wissen, hier: Reisen früher und heute
Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II (1999), Zeitfeld „Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zeitgeschichte“, Handlungs- und Kulturräume „Orts- und Regionalgeschichte“, „Deutsche Geschichte“, „Europäische Geschichte“, „Geschichte außereuropäischer Kulturen“

Berlin (Rahmenlehrplan)
Geschichte S I, Doppeljahrgangstufe 9/19: Konfrontation der Blöcke und Deutsche Frage, hier: Leben in Deutschland: Aspekte der Alltagsgeschichte, Aktuelle Weltpolitische Problemfelder, hier: Migrationen und globalisierte Gesellschaften
Geschichte S II, Wahlbereich Migrationen zum 2. Kurshalbjahr (religiöse, politische, wirtschaftliche Ursachen von Migration)
Niedersachsen
Kerncurricula Geschichte Gymnasiale Oberstufe, Rahmenthema 2 „Wechselwirkungen und Anpassungsprozesse in der Geschichte“, Wahlmodul 8 „Heimat und Fremde – Migrationsprozesse in Europa“
Kerncurriculum Gymnasium Schuljahrgänge 5 – 10, Klasse 10: Geschichte Deutschlands nach 1945 im europäischen und internationalen Kontext
Kerncurriculum Oberschule Schuljahrgänge 5 – 10, Klasse 10: Begegnungen unterschiedlicher Kulturen in Europa

I. Fragestellung / thematische Spezifizierung
Worum geht es in dieser Reihe?

In diesem Modul geht es sowohl um Konflikte als auch um neue Handlungsmöglichkeiten, die durch Migration entstehen und sich oft anschaulich im Umgang mit Geschlechterverhältnissen zeigen. Im Fokus des Moduls steht somit insbesondere die Art und Weise, wie Migrantinnen und Migranten ihre eigene Geschlechtszugehörigkeit erleben und im Zuge von Migration neu bewerten müssen.

Didaktische Perspektive

„Der Gastarbeiter“ als Sinnbild deutscher Migrationspolitik nach 1955 ist eine männliche Person. Wie in vielen historischen Erzählungen ist auch in der Migrationsgeschichte die Perspektive des Männlichen dominant. In dem hier entworfenen Modul soll gezeigt werden, dass durch Migration im Hinblick auf Geschlechterrollen zum einen neue Freiräume geschaffen werden können, es zum anderen aber auch zu Irritationen und Missverständnissen im Zuge interkultureller Begegnungen kommen kann. Ausgewählt sind hier die Geschichten zweier Frauen, die diese Spannungen auf unterschiedliche Weise erleben und darüber berichten.

Indem hier insbesondere die individuellen Motivationen der Migrierenden sowie deren Handlungsmöglichkeiten thematisiert werden, kann das geschichtsdidaktische Prinzip der Personifizierung zur Geltung kommen. Ein solcher akteurszentrierter Ansatz folgt dem kulturwissenschaftlichen Konzept der agency und lässt die historischen Akteurinnen als eigensinnige historische Subjekte erscheinen.

Die Audio-Quellen aus dem migration-audio-archiv bieten die Möglichkeit, weibliche Perspektiven auf das Thema Migration zu eröffnen. Die im migration-audio-archiv entstanden Quellen können als Selbstzeugnisse klassifiziert werden, die in einem offenen Interviewverfahren aufgezeichnet, geschnitten und gekürzt sowie technisch bearbeitet wurden. Sie zeichnen sich durch eine biografische Erzählstruktur, die besonders facettenhafte Thematisierung von Migration sowie durch eine technisch besonders hochwertige Qualität aus.

Das Anhören der Lebenserzählungen, ein aufmerksames Zuhören und eine Auseinandersetzung mit der jeweiligen Erzählweise soll im Zentrum des Unterrichts stehen. Im Zuge eines Geschichtsunterrichts, der die Förderung von narrativer Kompetenz sowie handlungs- und produktionsorientierte Verfahren berücksichtigt, soll durch die Arbeit mit den Audio-Erzählungen zugleich eine produktive Aneignung der Migrationsgeschichten angebahnt werden: Die SuS sollen die Analyse der Quellen zum Ausgangspunkt für eine Produktion von eigenen historischen Narrationen zum Thema Migration nutzen.

Die Auswahl von ausschließlich weiblichen Perspektiven erinnert vielleicht an geschichtsdidaktische Ansätze einer klassischen additiven Frauengeschichte, doch das Modul bietet facettenreiche Optionen einer Reflexion dieser Sichtweise und ermöglicht dadurch einen mehrperspektivischen Zugang zu der Thematik.

Sachinformation:
Worum geht es?

Migrationsgeschichte als Geschlechtergeschichte zu begreifen führt zu einer besonderen Justierung dieses historiografischen Feldes. So kann im Rahmen einer Analyse, die nach den jeweils anderen Bedingungen von Migration für Männer und Frauen fragt, zum Beispiel in den Blick geraten, dass das Feld der Erwerbsarbeit generell männlich kodiert war und Frauen im Zuge der Erwerbsmigration bis in die 1970er Jahre nur für besondere Tätigkeitsfelder zugelassen wurden (z. B. für Tätigkeiten in der Elektroindustrie). Der sogenannte „Familiennachzug“ in den 1970er Jahren war vor allem ein Wanderungsprozess, der fast immer selbstredend von Männern als den aktiv im Erwerbsleben Handelnden ausging, während Frauen diejenigen waren, die als Teil einer vollständigen, nun zusammengeführten Familie gedacht wurden. Gleichzeitig eröffnete Migration für Männer und Frauen unterschiedliche Handlungsräume. Die Geschlechterverhältnisse in der ‚neuen’ Heimat waren andere als im Herkunftsland und boten insbesondere den Frauen in manchen Fällen neue Möglichkeiten von gesellschaftlicher und auch politischer Teilhabe. Gerade im Zuge des Familiennachzugs gerieten unterschiedliche Geschlechterverhältnisse in Konkurrenz zueinander und mündeten nicht selten in Konflikten, da alte Familienmodelle nicht immer in die Geschlechterstruktur des Migrationslandes passten. Die Anerkennung von Frauen in den Zielländern der Migration wiederum war zudem von geschlechts-spezifischen Gesellschaftsordnungen abhängig. So war etwa Vergewaltigung in der Ehe in der Bundesrepublik bis 1997 kein Straftatbestand und dementsprechend war die Behandlung von sexueller Gewalt als Grund politischer Verfolgung mit besonderen Problemen behaftet.

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UNTERRICHTSMODUL – Facetten der Migration nach 1955: Arbeitsmigration, Flucht und Asyl, Migration von Studierenden

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I. Thema
Facetten der Migration nach 1955: Arbeitsmigration, Flucht und Asyl, Migration von Studierenden – Aufzeigen unterschiedlicher Aspekte von Migration nach Deutschland mit einer Fokussierung auf die Handlungsräume der Migrierenden

II. Fach
Geschichte, Sekundarschulen, 9. – 10., 11. – 12. Klasse

III. Zeitrahmen
6 Unterrichtssrunden a 45 min, zeitliche Entlastungen durch Hausarbeitsleistungen möglich.

IV. Lehrplanbezug
Berlin (Rahmenlehrplan)
Geschichte S I, Doppeljahrgangstufe 9/19: Konfrontation der Blöcke und Deutsche Frage, hier: Leben in Deutschland: Aspekte der Alltagsgeschichte, Aktuelle Weltpolitische Problemfelder, hier: Migrationen und globalisierte Gesellschaften
Geschichte S II, Wahlbereich Migrationen zum 2. Kurshalbjahr (religiöse, politische, wirtschaftliche Ursachen von Migration)
Nordrhein-Westfalen
Kernlernplan Geschichte G8, Jahrgangstufen 7 bis 9, 12. Inhaltsfeld: Was Menschen früher voneinander wussten und heute voneinander wissen, hier: Reisen früher und heute
Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II (1999), Zeitfeld „Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zeitgeschichte“, Handlungs- und Kulturräume „Orts- und Regionalgeschichte“, „Deutsche Geschichte“, „Europäische Geschichte“, „Geschichte außereuropäischer Kulturen“
Niedersachsen
Kerncurricula Geschichte Gymnasiale Oberstufe, Rahmenthema 2 „Wechselwirkungen und Anpassungsprozesse in der Geschichte“, Wahlmodul 8 „Heimat und Fremde – Migrationsprozesse in Europa“
Kerncurriculum Gymnasium Schuljahrgänge 5 – 10, Klasse 10: Geschichte Deutschlands nach 1945 im europäischen und internationalen Kontext
Kerncurriculum Oberschule Schuljahrgänge 5 – 10, Klasse 10: Begegnungen unterschiedlicher Kulturen in Europa

V. Fragegestellung / thematische Spezifizierung
In diesem Unterrichtsmodul sollen unterschiedliche Ursachenzusamenhänge von Migration in die Bundesrepublik nach 1955 (‚klassische’ Arbeitsmigration, Flucht und Asyl, Migration von Studierenden) erarbeitet werden. Dabei wird sowohl der historische Hintergrund der Migrationsbewegung betrachtet als auch (und dies im Schwerpunkt) die individuelle Motivation der Migrierenden sowie deren Handlungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume.

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Derya JALAL


Schülerin aus Herzogenrath/Aachen
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Derya Jalal in Kirkuk/Irak geboren und aufgewachsen. In Kirkuk leben überwiegend Kurden und auch ihre Familie ist kurdischer Abstammung. Ihre Kindheit beschreibt Derya als glücklich und sorgenfrei. Als jedoch ein Film über das Leben von Jesus von ihrem Vater erschien, wurde die Familie von radikalen Muslimen politisch verfolgt und bedroht. Männer überfielen das Haus, beschimpften die Familie als anti-muslimisch und schlugen sie und ihre Mutter. Der einzige Ausweg war, das Land zu verlassen. Die Familie nahm eine tagelange, gefährliche und anstrengende Fahrt im Laderaum eines LKWs in Kauf, um nach Deutschland zu gelangen. Hier beantragten sie Asyl. Ihnen wurde Herzogenrath bei Aachen als vorläufiger Aufenthaltsort im Asylantenwohnheim zugewiesen. Heute hat die Familie immer noch den Status der Duldung und jeden Tag kann die Abschiebung kommen. Derya hat sich jedoch mittlerweile in Deutschland gut eingelebt. Sie hat Freunde hier und will die Schule beenden, um eine Ausbildung als Arzthelferin zu machen. Eine Rückkehr in den Irak fände sie auf der einen Seite schön, da sie ihre Verwandten vermisst, andererseits ist es dort noch immer zu gefährlich. Sie will hier bleiben, auch wenn ihre eigentliche Heimat, ihr Zuhause, der Irak ist.


003-Arbeitsblatt-Derya-JALAL.pdf.zip


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Mona YAHIA

Schriftstellerin und Künstlerin

Mona Yahia lebte als Tochter einer jüdischen Familie in Bagdad. Nach dem Sechs-Tage-Krieg zwischen Israel und Ägypten, Jordanien und Syrien 1967 und dem Putsch der Baath-Partei im Irak 1968 begann die Verfolgung der Juden im Irak. Daraufhin floh die Familie der Schriftstellerin nach Israel. Mona Yahia nahm die israelische Staatsbürgerschaft an und leistete ihren Militärdienst. Später studierte sie Psychologie und französische Literatur. Sie ging ein Jahr nach Paris, kehrte für sieben Jahre nach Israel zurück, beendete dort ihr Studium und begann zu malen. Die Kunstbewegung der „Neuen Wilden“ zog sie nach Deutschland. Hier studierte sie bei Harry Kramer in Kassel. Später kam das Schreiben dazu. Heute lebt Mona Yahia als Schriftstellerin in Köln und hätte am liebsten einen Zweitwohnsitz in New York oder London.


018-Arbeitsblatt-Mona-YAHIA.pdf.zip


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